Archiv | Oktober, 2011

Angel custodio

25 Okt

Liebe Leute!

Diesen Tagebucheintrag möchte ich einem besonderen Freund und Wegbegleiter in meinen letzten zwei Monaten in Mexiko widmen: Jesus Javier Rodriguez Garcia. Oder besser bekannt als Chuy.

Chuy ist seit 14 Jahren Volontär im Oratorium Don Bosco.  Er wurde damals von P. Raúl unter vier Mitstreitern ausgewählt, weil er besonders gut aufkehren konnte. Gemeinsam haben sie das ganze Oratorium aufgebaut. Dazu gehören  neun Schulklassen, eine Bibliothek, zwei große Fußballplätze, 4 Basketballplätze, eine Küche, eine Tischlerei und viele andere Räume, die zu verschiedenen Zwecken genutzt werden. Außerdem haben sie eine große Kirche errichtet, die im kommenden Jahr fertig werden soll.

Er hat sich irrsinnig für das Projekt und für die Kinder hier aufgeopfert. Immerhin ist er 14 Jahre lang tagtäglich hier gewesen. Jeder kennt ihn, jeder achtet ihn und jeder mag ihn.

Auch ich habe ihn in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt. Immer hat er mich begleitet, stand mir mit Rat und Tat zur Seite, wenn ich mich überhaupt nicht auskannte und war mir ein guter Freund.

Die Leute hier und vor allem P. Raúl bezeichnen ihn als ihren „angel custudio“ d.h. ihren Schutzengel. Und genau das war er auch für mich, mein Beschützer.

Wir haben Chuy letzten Mittwoch morgen bewusstlos in seinem Zimmer aufgefunden. Er hatte einen epileptischen Anfall und war dadurch so hingefallen, dass er sich den Kopf angeschlagen hat. Die Rettung und auch die Ärzte konnten nicht mehr viel für ihn tun. Er ist am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 von uns gegangen.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei ihm bedanken. Er war ein toller, fürsorglicher und hilfsbereiter Mensch und das Leben hier wird ohne ihn nicht mehr dasselbe sein. Gracias para todo hermano. Te extraño muchisimo!

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Fiesta Mexicana!!

8 Okt

Liebe Leute!

Wieder sind ein paar Wochen um in denen viel passiert ist. Ich lebe mich immer mehr in den Tagesablauf des Oratoriums ein und schon langsam versteh ich die Mexikaner auch, wenn sie schnell reden 😉

Am 16. September war der mexikanische Nationalfeiertag. Im Oratorium gab es ein großes Fest mit vielem leckerem mexikanischem Essen und Trinken. Außerdem gab es auch eine richtige Show, bei der jeder eine Einlage geplant hatte. Die Kinder jeder Klasse und ihre Eltern haben gesungen, getanzt und Witze erzählt. Ich selbst habe gleich bei zwei Tänzen mitgetanzt. Einen mit den Señoras des Oratoriums und einen  haben wir zu viert (zwei Mitarbeiter des Oratoriums, eine ehemalige österreichische Volontärin, die zu Besuch hier war und ich) aufgeführt. Der Tanz heißt  Jarabe Tapatio und ist ein schneller mexikanischer Volkstanz….war am Anfgan recht kompliziert aber ich habs innerhalb einer Stunde gelernt 😉 bin halt a richtige Volkstänzerin 😉 wer’s genauer wissen will, es schaut ungefähr so aus: http://www.youtube.com/watch?v=zE6qVVffM1Q

Seit ca. 2 Wochen gebe ich die Computerklassen für die 5. und 6. Klasse. In der  5. wird hauptsächlich mit einem Programm gearbeitet, mit dem sie das Maschinschreiben lernen.

Mit der 6. Klasse habe ich begonnen mit dem Word zu arbeiten. Es sind ca. 18 Schüler und es ist sehr interessant, wie unterschiedlich das Niveau eines jeden Einzelnen ist. Die wenigen Kinder, die einen Computer zu Hause haben, verstehen sofort, was und wie sie arbeiten sollen – sie kennen das Ganze mehr oder weniger schon. Andere wiederum wussten bis vor kurzem noch nicht einmal, wie man eine Maus richtig bewegt oder einen Computer ausschaltet.

Auch mit den Englischklassen habe ich bereits begonnen. Da hier zum ersten Mal Englisch unterrichtet wird, gibt es kaum Materialien für alle Schüler, geschweige denn einen Lehrplan. Deshalb habe ich jetzt einige Zeit daran gearbeitet und gestern endlich mit dem Unterricht angefangen. Es gestaltet sich aber dennoch als recht schwierig, da die Kinder keine Bücher haben und alles was ich sage gleich aufschreiben müssen. Das kostet ziemlich an Zeit. Und die Zeit hier ist kostbar, vor allem auch deshalb, weil gerade nur eine Unterrichtsstunde pro Woche genehmigt ist.

Aber dafür gefällt es den Kindern sehr. Für sie ist das alles neu und sie schauen mich jedes Mal mit großen Augen an, wenn ich Englisch spreche. Für mich ist es immer wieder verwunderlich, dass trotz der Nähe zu der amerikanischen Grenze so gut wie niemand Englisch spricht. Das einzige was sie können ist „Hello“, „Bye“ und „What’s your Name?“ Das werden wir wohl dieses Jahr ändern 😉

So das wars mal wieder, ich melde mich bald! Ganz liebe Grüße J