Vacaciones felices con Jesus

19 Jul

Ich melde mich einmal wieder nach längerer Zeit zurück 🙂 Die Zeit vergeht ja unheimlich schnell – mir bleibt nicht einmal mehr ein Monat hier in Tijuana.

Die letzte Zeit war ziemlich stressig: Schulabschluss, Vorbereitung der Sommerkurse usw. Der Schlaf kam also ziemlich kurz, aber mittlerweile hab ich mich schon daran gwöhnt!

Seit 3. Juli finden die „Vacaciones felices con Jesus“ statt – also die „glücklichen Ferien mit Jesus“. Hier werden allen Kindern, die gerne kommen möchten, verschiedene Kurse in den Ferien angeboten, damit sie sich zu Hause nicht fadisieren :).

Ein Tag ist in drei Teile strukturiert. Am Vormittag findet der akademische Teil statt. Die Kinder wiederholen und vertiefen mit freiwilligen Helfern Themen in den Fächern Spanisch, Mathematik und Sachkunde, die sie im vergangenen Jahr gelernt haben.

Am Nachmittag gibt es Kurse im kulturellen Bereich, wie „Moderner Tanz“, „Zeichnen“, „Erste Hilfe“, „Computerkurse“, „Friseurkurse“, und vieles mehr. Danach kommt der sportliche Teil, in dem die Kinder zwischen Fußball, Volleyball, Basketball, Zumba, Gymnastik und Athletik wählen können.

Jeden Donnerstag machen wir einen Ausflug. Entweder ins Schwimmbad, in den Park oder wir gehen wandern. Und Sonntags kommen dann alle in die Messe und besuchen den Katesismusunterricht.

Das Programm wird von den Kindern des Viertels sehr gut angenommen. Insgesamt kommen täglich ca. 230 Kinder ins Oratorium. Es ist also von früh bis spät immer etwas los 🙂

Fotos gibts auf facebook

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Semana Santa

11 Apr

In der letzten Woche durfte ich hier die Karwoche – also Semana Santa miterleben und mitgestalten.

Begonnen hat alles natürlich mit dem Palmsonntag. Wie bei uns gab es auch hier vor der Messe eine Prozession, nur dass es statt den Palmkatzeln echte Palmblätter gibt 🙂

Im Laufe der Woche gab es täglich 2 Stunden Katechismusunterricht für die Kinder, die unheimlich kreativ und dynamisch von den Catequistas gestalten wurden.

Am Gründonnerstag wurde das letzte Abendmahl mit den 12 Aposteln inclusive Fußwaschung nachgestellt. Am Karfreitag wurde dann der Kreuzweg Jesu mit den 14 Stationen vorgeführt. Das Ganze hat die Jugendgruppe des Oratoriums einstudiert und nachgespielt. Ich selbst durfte die Maria spielen.

Es war eine sehr eindrucksvolle Erfahrung. Es kamen unheimlich viele Menschen um uns zu sehen und einige von ihnen haben sogar geweint, als Jesus ans Kreuz „genagelt“ wurde.

Am Karsamstag wurde am Abend eine 4-stündige Ostermesse mit einem riesen Osterfeuer gefeiert. Es war wohl die längste Messe meines Lebens 😉

Der Ostersonntag wurde dann ganz lustig gefeiert. Als Belohnung für die Kinder, die die ganze Woche brav zu den Klassen kamen, haben wir drei Stunden lang mit ihnen und ihren Eltern gespielt. Es kamen über 150 Kinder und wir hatten einen riesen Spaß.  Danach gabs einen Gesangskontest, wobei die glückliche Siegerin mit einem Korb gefüllt mit Schokolade heimgehen durfte.

So etwas wie den Osterhasen, Ostereier oder Osternesterl gibt es hier nicht – hier steht der Glaube und nicht der Kommerz im Vordergrund….

Hier ein paar Fotos:

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Olympiaden

7 Feb

Hola,

ich melde mich wieder aus meinem 4-wöchigen Urlaub zurück 🙂 Ich war 2 Wochen lang in den USA und 2 in Mexiko unterwegs und habe die Zeit sehr genossen. Doch habe ich schon sehr gemerkt, dass mir das Oratorium und vor allem die Leute hier sehr abgehen.

Es ging gleich am ersten Tag meiner Rückkehr wieder recht flott los. Denn da am 31. Jänner der Todestag Don Boscos ist und hier zu seiner Ehren viel gefeiert wird, gabs viel vorzubereiten.

Während der gesamten Woche gab es täglich ein ca. 3-stündiges Fussballturnier für alle Kinder der Umgebung. Jeden Tag kamen sie mit viel Enthusiamsmus und Motivation. Auch ich durfte mit ihnen mitspielen, was jetzt zwar nicht unbedigt hilfreich für sie war (jeder der mich kennt, weiß was ich meine :), aber es hat trotzdem allen Spaß gemacht ;))

Am Samstag vormittag fand eine Kinderolympiade statt. Die Kinder der Schule und des Katechismusunterrichts an den Wochenenden waren in insgesamt vier Farben (rot, blaiu, grün, gelb) eingeteilt und sind gegeneinander angetreten. Das ganze begann mit einer Prozession rund um das Oratorium, mit olympischem Feuer und vielen animierten, lachenden und schreienden Kindern. Es gab original olympische Disziplinen wie Weitsprung, Hochsprung, Hürdenlauf oder Hundert-Meter-Lauf aber auch in den Kategorien Fussball und Basketball sind sie gegeneinander angetreten. Gewonnen haben schlussendlich die Grünen und durften dann am darauffolgenden Samstag als Belohnung auf einen Ausflug ans Meer mitfahren.  🙂

Am Abend war dann ein Fest für alle Mitarbeiter der 7 Oratorien des Projektes mit Tänzen, Liedern und Pozole, ein typisches mexikanisches Fleischgericht. Am Sonntag war den ganzen Tag Fiesta. Es gab eine große Kermesse, ein Festival mit Tanzmarathon und auch ein Fussballturnier hat stattgefunden.

Alles in allem war diese Woche sehr anstrengend, da ständig etwas zu tun war und ich kaum zur Ruhe kam. Aber auf der anderen Seite war es einfach schön, wieder da zu sein.


La Virgen de Guadalupe

3 Dez

Hola!

Der Advent hat auch hier in Mexiko schon begonnen und die Vorbereitung für Weihnachten und sämtliche Feste laufen bereits auf Hochtouren. Zuvor wird aber  noch ganz groß der Tag der Nationalheiligen Mexikos, der Virgen Maria de Guadalupe, am 12. Dezember gefeiert.

Zu ihren Ehren werden bereits seit Mitte November in unserem Oratorium sog. Misas de Barrios gefeiert. Das heißt, dass jeden Tag eine Messe vor einem anderen Haus (also mitten auf der Straße 🙂 in einem anderen Viertel in der Nähe des Oratoriums gehalten wird. Das sind ganz tolle Erfahrungen die ich hier miterleben darf, denn schon alleine der Weg zu den Häusern ist schon ein kleines Fest. Es werden immer Prozessionen abgehalten, an denen viele Kinder und Erwachsene teilnehmen, die Tanzgruppe des Oratoriums ist mit dabei und gestaltet uns den Weg dort hin sehr unterhaltsam und es werden viele Lieder zu Ehren der Virgen gesungen. Dort angekommen wird dann die Messe gehalten, wobei die Straßen und Häuser immer mit vielen Girlanden und Luftballonen geschmückt sind. Danach gibt es leckeres mexikanisches Essen, wie Posole oder Tamale und heißer Schokolade.

 

 

Vor ca. zwei Wochen wurde in einem der Oratorien das „Festival Ranchera“ gefeiert. Rancheras sind typische mexikanische Folklorelieder, die hier natürlich sehr beliebt sind. Jedes Oratorium hat zwei Lieder vorbereitet und dazu einen Tanz aufgeführt. Auch wir, die Volontäre haben uns daran beteiligt und das Lied „No soy monedita de oro“ gesungen, was übersetzt „Ich bin keine Goldmünze“ bedeutet. War echt lustig 🙂

 

Was ich sonst noch berichten kann:

…Meine Englischklassen verlaufen recht gut….die Kinder haben zwar immer noch nicht gelernt, dass man die Hausaufgabe jede Woche bringen muss und nicht nur einmal im Monat, aber das werden sie auch noch hinbekommen 🙂

….Spanischkenntnisse sind bereits aufgemöbelt und verbessert worden

….in der Nacht is es eiskalt und es gibt keine Heizung im Haus, d.h. ich schlaf mit 3 Pullis und 3 Decken, tolle Sache 😉

…dafür wird es am Tag echt heiß und wir können tolle Ausflüge an den Strand unternehmen 🙂

…mein nächster Blogeintrag folgt bald, hasta luego!

 

 

 

Angel custodio

25 Okt

Liebe Leute!

Diesen Tagebucheintrag möchte ich einem besonderen Freund und Wegbegleiter in meinen letzten zwei Monaten in Mexiko widmen: Jesus Javier Rodriguez Garcia. Oder besser bekannt als Chuy.

Chuy ist seit 14 Jahren Volontär im Oratorium Don Bosco.  Er wurde damals von P. Raúl unter vier Mitstreitern ausgewählt, weil er besonders gut aufkehren konnte. Gemeinsam haben sie das ganze Oratorium aufgebaut. Dazu gehören  neun Schulklassen, eine Bibliothek, zwei große Fußballplätze, 4 Basketballplätze, eine Küche, eine Tischlerei und viele andere Räume, die zu verschiedenen Zwecken genutzt werden. Außerdem haben sie eine große Kirche errichtet, die im kommenden Jahr fertig werden soll.

Er hat sich irrsinnig für das Projekt und für die Kinder hier aufgeopfert. Immerhin ist er 14 Jahre lang tagtäglich hier gewesen. Jeder kennt ihn, jeder achtet ihn und jeder mag ihn.

Auch ich habe ihn in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt. Immer hat er mich begleitet, stand mir mit Rat und Tat zur Seite, wenn ich mich überhaupt nicht auskannte und war mir ein guter Freund.

Die Leute hier und vor allem P. Raúl bezeichnen ihn als ihren „angel custudio“ d.h. ihren Schutzengel. Und genau das war er auch für mich, mein Beschützer.

Wir haben Chuy letzten Mittwoch morgen bewusstlos in seinem Zimmer aufgefunden. Er hatte einen epileptischen Anfall und war dadurch so hingefallen, dass er sich den Kopf angeschlagen hat. Die Rettung und auch die Ärzte konnten nicht mehr viel für ihn tun. Er ist am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 von uns gegangen.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei ihm bedanken. Er war ein toller, fürsorglicher und hilfsbereiter Mensch und das Leben hier wird ohne ihn nicht mehr dasselbe sein. Gracias para todo hermano. Te extraño muchisimo!

Fiesta Mexicana!!

8 Okt

Liebe Leute!

Wieder sind ein paar Wochen um in denen viel passiert ist. Ich lebe mich immer mehr in den Tagesablauf des Oratoriums ein und schon langsam versteh ich die Mexikaner auch, wenn sie schnell reden 😉

Am 16. September war der mexikanische Nationalfeiertag. Im Oratorium gab es ein großes Fest mit vielem leckerem mexikanischem Essen und Trinken. Außerdem gab es auch eine richtige Show, bei der jeder eine Einlage geplant hatte. Die Kinder jeder Klasse und ihre Eltern haben gesungen, getanzt und Witze erzählt. Ich selbst habe gleich bei zwei Tänzen mitgetanzt. Einen mit den Señoras des Oratoriums und einen  haben wir zu viert (zwei Mitarbeiter des Oratoriums, eine ehemalige österreichische Volontärin, die zu Besuch hier war und ich) aufgeführt. Der Tanz heißt  Jarabe Tapatio und ist ein schneller mexikanischer Volkstanz….war am Anfgan recht kompliziert aber ich habs innerhalb einer Stunde gelernt 😉 bin halt a richtige Volkstänzerin 😉 wer’s genauer wissen will, es schaut ungefähr so aus: http://www.youtube.com/watch?v=zE6qVVffM1Q

Seit ca. 2 Wochen gebe ich die Computerklassen für die 5. und 6. Klasse. In der  5. wird hauptsächlich mit einem Programm gearbeitet, mit dem sie das Maschinschreiben lernen.

Mit der 6. Klasse habe ich begonnen mit dem Word zu arbeiten. Es sind ca. 18 Schüler und es ist sehr interessant, wie unterschiedlich das Niveau eines jeden Einzelnen ist. Die wenigen Kinder, die einen Computer zu Hause haben, verstehen sofort, was und wie sie arbeiten sollen – sie kennen das Ganze mehr oder weniger schon. Andere wiederum wussten bis vor kurzem noch nicht einmal, wie man eine Maus richtig bewegt oder einen Computer ausschaltet.

Auch mit den Englischklassen habe ich bereits begonnen. Da hier zum ersten Mal Englisch unterrichtet wird, gibt es kaum Materialien für alle Schüler, geschweige denn einen Lehrplan. Deshalb habe ich jetzt einige Zeit daran gearbeitet und gestern endlich mit dem Unterricht angefangen. Es gestaltet sich aber dennoch als recht schwierig, da die Kinder keine Bücher haben und alles was ich sage gleich aufschreiben müssen. Das kostet ziemlich an Zeit. Und die Zeit hier ist kostbar, vor allem auch deshalb, weil gerade nur eine Unterrichtsstunde pro Woche genehmigt ist.

Aber dafür gefällt es den Kindern sehr. Für sie ist das alles neu und sie schauen mich jedes Mal mit großen Augen an, wenn ich Englisch spreche. Für mich ist es immer wieder verwunderlich, dass trotz der Nähe zu der amerikanischen Grenze so gut wie niemand Englisch spricht. Das einzige was sie können ist „Hello“, „Bye“ und „What’s your Name?“ Das werden wir wohl dieses Jahr ändern 😉

So das wars mal wieder, ich melde mich bald! Ganz liebe Grüße J

Das Oratorium San Juan Bosco

2 Sep

In der letzten Woche waren wir sechs VolontärInnen im „Don Bosco“. Am Vormittag war jeder von uns in einer Klasse des colegios (also der dortigen Schule). Ich war in der ersten Klasse und hab der Maestra geholfen. Die Kinder dort lernen gerade schreiben und rechnen. Außerdem wird sehr viel gebastelt.

In den Pausen wird immer futbéis gespielt. Das ist eine Mischung aus Fußball und American Football. Am Nachmittag haben wir wieder gemeinsam mit allen Kindern gespielt, geputzt, gesportelt usw.

Seit Montag weiß ich, dass ich ab sofort als Volontärin im Don Bosco bei P. Raúl arbeiten werde. Die Aufgaben, die ich dort habe, kennt ihr ja bereits schon. Zusätzlich bin ich jetzt jeden Vormittag gemeinsam mit Prof. Irma für die sechste Klasse (also die 11-12 Jährigen) zuständig. Ich habe vor, Computer- und Englischklassen zu geben.

Ansonsten muss ich noch die Supplierstunden machen. Heute hatte ich meine erste und noch dazu eine ziemlich chaotische. Ich wusste nämlich nicht, dass ich die Aushilfslehrerin bin. Es war nämlich so: ich wurde darum gebeten, die Kinder der zweiten Stufe in ihre Klasse zu begleiten. Als wir dort waren, fragten mich die Kinder: „Profe, que hacemos?“ („Profe, was machen wir jetzt?“). Tja….gute Frage!

Ich habe dann Additionen auf die Tafel geschrieben und sie gebeten, diese auszurechnen. Das Blöde war nur, dass nicht alle diese Art von Rechnungen schon gelernt haben (von Subtraktionen brauchen wir gar nicht erst reden). Es war dann eigentlich zwei Stunden lang ein ziemliches Chaos. Ständig ist wer durch die Klasse gelaufen, hat mit Papierkugeln geschossen und von allen Seiten wurde auf mich eingeredet.

Das war auch ziemlich interessant, denn man hört ja so schon nichts, wenn 10 Kinder gleichzeitig reden. Aber wenn es dann noch in einer fremden Sprache ist, kann das schon ganz schön kompliziert sein.

Kurz vor Ende des Unterrichts fand ich dann aber eine Lösung: Singen. Das lieben die Kinder. Und das Lied „Don Bosco amigo“ (keine Ahnung, ob das wirklich so heißt, aber es ist der Refrain J) wurde zu meiner Rettung.

Was lerne ich daraus? Nie wieder unvorbereitet in die Klasse gehen. Und auch wenn ich nicht weiß, dass ich „unterrichten“ soll: trotzdem vorbereiten!

 

Wegen der Fotos: Also ich habe versucht, welche raufzuladen, aber es dauert viel zu lange. Wenn (!!!) ich Zeit habe, werde ich das auf jeden Fall nachholen. In der Zwischenzeit werde ich sie auf Facebook stellen – also bitte dort nachschauen.

Liebe Grüße und bis bald, Miriam